Er gilt als "Percussionist extraordinaire" - und genau das ist Glenn Kotche auch: Ein leidenschaftlicher Jazzer und Avantgardist, der sich in mehreren Bands gleichzeitig austobt, durch Spieltechnik, Fachwissen und Experimentierfrude glanzt und seit Anfang 2001 bei der US-Underground-Institution Wilco agiert. Mit der hat der Thirtysomething gereade erst wieder ein kleines grammy-pramiertes Meisterwerk (Best Alternative Music Album) namens "A Ghost is Born" vorgelegt, an dem er wesentlichen Anteil tragt. STICKS traf den AusnahmeDrummer zum Talk in Bonn.
S: Glenn, du bist Anfang 2001 bei Wilco eingestiegen - als Ersatz fur Grundungsmitglied Ken Coomer. Was hat dich dazu veranlasst, dich nach Jahren als Session-Drummer einer richtigen Band anzuschlieBen?
GK: Eine "richtige" Band? Ich weiB nicht, was du damit meinst. Ich denke, alle Bands, in denen ich gespielt habe, waren "richtige" Bands.
S: Ich dachte, On Fillmore und Loose Fur waren reine Projekte, die eher unregelmaBig zusammenkommen?
GK: Nun, On Fillmore sind immer noch zusammen, eine aktuelle Band. Obwohl - du hast naturklich Recht: es ist eher ein experimentelles Duo. Aber auch vorher war ich in Bands...Perky And The Weathermen...Bird Dog...das waren alles Indie-Kappellen, mit einem sehr knappen Budget.
S: Und weshalb hast du bei Wilco angeheuert?
GK: Da ich jahrelang bei allen Soloplatten von Jim O'Rourke mitgespielt habe, brachte er mich fur eine Show mit Jeff Tweedy zusammen, beim Noise-Pop-Fest in Chicago. Jeff wollte unbedingt mit Jim spielen, weil er ein groBer Fan seiner Platten war. Und Jim brachte mich ein. Wir spielten zu dritt eine Show, nahmen in der folgenden Woche ein paar Songs auf, und zwischen Jeff und mir hat es sofort gefunkt. Er bat mich, mit nach New York zu kommen und dort mit ihm den "Chelsea Walls" Soundtrack zu improvisieren, der Film mit Ethan Hawke. Es entwickelte sich ein respektvolles personliches und musikalisches Verhaltnis. Als er mich dann bat, auf dem Wilco-Album Vibraphone, Crotales und Percussion zu spielen, war ich sofort Feuer und Flamme. Er spielte mir die Demos vor, und mir gefielen die Songs. AuBerdem komme ich, wie gesagt, mit Jeff sehr gust aus. Dann setzten sie mir ein paar Drum-Parts vor, die mit Ken nicht richtig funktionierten. Sie baten mich, sie neu einzuspielen und entschieden sich dann fur den Wechsel.
S: Was bringst du bei Wilco ein? Welche neuen Impulse gibst du der Band?
GK: Zu diesem Zeitpunkt war das Entscheidende die personliche Kommunikation mit Jeff. Ihm gefiel, dass ich sehr leise und sensibel spielen konnte, weil ich jahrelang Singer/Songwriter begleitet habe. Er mochte die musikalische Kommunikation. Ich denke, Jeff wollte fur "Yankee Hotel Foxtrot" ein etwas anderes Schlagzeug haben. Ken war zwar ein fantastischer Tromm;er, kam aber doch mehr aus der Heavyrock-Abteilung. Jeff ist voll auf mein Vibraphone abgefahren, meine Handventilatoren und wie ich auf den Klaviersaiten spiele. Irgendwie andere Beats und eine andere Art, die Dinge zu betrachten. Etwa drei Spuren Drums bei einem Song - ich bin einfach anders vorgegangen, als Ken bei den vorherigen Alben.
S: Demnach bist du nicht der typische Singer/Songwriter-Drummer?
GK: Meine Vergangenheit ist voll davon. Ich habe mein Leben lang in Rockbands gespielt, war auf einem College fur Percussions, habe einen Universitatsabschluss von Kentucky gemacht, wo ich in erster Linie Klassik und Jazz spielte. Nach der Uni war es ziemlich ruhig, ich spielte fur diverse Singer/Songwriter aus Chicago...
S: ...und Jim hat dich aus der Reserve gelockt, mal etwas anderes zu probieren?
GK: Ganz genau. Einen Singer/Songwriter zu begleiten, ist meistens eine sehr ruhige, sensible Sache, wobei es einzig und allein darum geht, hinter dem Sanger zu stehen. Als ich anfing, mit dem Bassisten Darin, der andered Halfte von On Fillmore, zu spielen, wurde ich mit einer Menge neuer Musik konfrontiert, die ich nicht kannte. Ich begann also, mich mit improvisierter Musik und andered Schlagzeugem zu befassen, mit denen ich vorher nichts zu tun hatte - Captain Beefheart etwa oder PIL. Das is zwar immer noch Rock, aber doch ziemlich schrag gespielt. Bis dahin fuhr ich eher auf Leute wie Ringo Starr oder John Bonham ab...
S: ...die klassischen Rock-Drummer?
GK: Ja, und bei allen schatze ich die okonomische Spielweise. Es sind groBartige Musiker, bei denen jede Note zahlt und die sich Gedanken machen, was sie da tun. Ich hatte also eigentlich diesen Singer/Songwriter-Hintergrund, aber nach einer Weile befasste ich mich auch mit experimentellen Sachen und hatte auf beiden Gebieten Erfahrung. Ich denke, deshalb begannen Jeff und ich auf diesem Songwriter-Niveau, aber er wusste auch, dass ich mich mit andered Sachen beschaftige, die er auf "Yankee Hotel Foxtrot" haben wollte.
S: Also warst du fur ihn eine Art Katalysator, der ihm half, Wilco auf ein neues, anspruchsvolleres Level zu fuhren?
GK: das wurde ich nicht fur mich beanspruchen, die Band war auch so schon auf dem Weg dorthin.
S: Aber hat er dich nicht benutzt, um dorthin zu kommen?
GK: Wahrscheinlich schon. Er hat viele Sachen ausprobiert. Etwa die Art wie die Aufnahmen eingespielt wurden - da wurde eine klangliche Schicht nach der andered ubereinander gelegt. Manchmal wurde ein Song sogar auf sechs oder sieben verschiedene Arten aufgenommen, nur um unterschiedliche Versionen zu erhalten. Und es wurde bei diesen Aufnahmen sehr viel experimentiert. Wahrscheinlich erkannte er, dass ich dazu passen wurde.
S: Momentan tanzt du auf vier Hochzeiten gleichzeitig - bei Wilco, On Fillmore, Loose Fur und als Solist, der mit "Introducing" von 2002 ein ziemlich untypisches Drummer-Album vorlegte. Uberhaupt klingt jese Projekt anders.
GK: Deshalb mache ich das ja - um also Musiker zu wachsen. Der einzige Grund fur das Soloalbum war, dass ich veruchen wollte, mich weiter zu entwikkeln un unbekannte Gebiete zu enforschen. Bei Wilco habe ich eine ganz bestimmte Rolle zu erfullen: Ich denke, in erster Linie helfe ich Jeffs Texte zu illustrieren. Entweder durch ausgefeilte SoundLandschaften wie auf "Yankee Hotel Foxtrot" oder indem ich alles reduziere und einen ganz simplen musikalischen Background zu seinen Texten entwickle. Loose Fur ist mehr fur freie Formen und On Fillmore ist melodisches Zeug, bei dem ich auch mal nur Vibraphone spiele. 'Introducing war viel ubereinander gelegtes Zeug, ich interessierte mich fur zufallige Rhythmen. Zu der Zeit fuhr ich auf John Cage ab, auf verschiedene Rhythmen, die sich jenseits der Polyrhythmik befinden. Ich liebe es, Polyrhythmen und solche Sachen zu spielen.
S: Muss man das Erlernte abstreifen oder ausblended, um ein wirklich guter Schlagzeuger zu sein?
GK: An einem gewissen Punkt muss man die Technik vergessen, denn sonst spielt man aus den falschen Grunden. Naturlich kann jeder machen, was er will. Wenn aber etwas gespielt wird, nur weil es cool klingt, oder wirl man es kann, weil es schwierig reichender Grund. Es muss einen musikalischen Grund geben, ganz besonders in einder Band wie Wilco, wo meine Aufgabe darin besteht, die Texte durch die Musik zu vermitteln. Wenn man dann eine Show abzieht und wild herum posed, lenkt das nur von Musik ab, statt sie zu bereichern.
S: Die Texte von Wilco sind extrem minimalistisch, und deine Arbeit hilft...
GK: ...sie zu illustrieren, ja.
S: Also wird das Schlagzeug zur zusatzlichen Stimme?
GK: Auf dem neuen Album versucht die ganze Band, das zu tun. Und zwar mit musikalischem Handwerk. Auf "A Ghost is Born" gibt es keine Clicktracks, keine Drum-Machines, und wir haben keine Computer eingesetzt. Alles wurde live in einem Raum eingespielt. Wir legten die Form fest un probten in New York und in Tortoise Studio in Chicago. Wir gingen einfach in den Raum un ubten die Songs, bis alles zu den Texten und zum Gesang passte. Wir sorgetn also fur das richtige Fundament; dann fur die Intrumental-Parts, um die lyricschen Aspekte in den Kontext zu bringen. Ganz anders als be der vorigen Platte mit ihren Klanglandschaften un ausgefeilten pointierten Sachen.
S: Und wie sahen die Aufnahmen aus? Stimmt es, dass jeder seinen Part separat eingespielt hat?
GK: Ja, es war sehr experimentell. Wobei die Sachen sehr stark von der Band herausgearbeitet wurden. Vieles wurde sozusagen gemeinsam improvisiert. Aber lass mich den Prozess so erklaren: Er begann bereits kurz nachdem "Yankee Hotel Foxtrot" erschienen war. Wir gingen also relativ schnell ins Studio, wollten wir nicht einmal nachdenken, sondern Musik machen und SpaB haben. Wir machen viele Experimente, von freier Improvisation uber Folkmusik, bis hin zu Material, welches "Yankee Hotel Foxtrot" sehr ahnlich war. Aber sie ganz groBe Sache war dieses Ding, das wir "Fundamentals" tauften. Jeff offnete sein Notizbuch und erfand aus dem Stegreif Songs, zu denen er Gitarre speilte. Wir konnten ihn horen, aber er horte uns nicht, auBerdem konnten wir einander nicht horen. Ich saB also mit meinem Schlagzeug in der Aufnahmekabine und horte die Songs, die sich Jeff einfallen lieB. Das war alles. Bei manchen Takes konnte er mich ein bisschen horen, aber bei den meisten nur sich selbst. Dasselbe galt fur John (Stirratt, Bass), Mike (Jorgensen, Keyboards) und Pat (Sansone, Keyboards). Sie spielten analoge Synthesizer, oder was auch immer, und reagierten vollig anders. Sachen, die Mike beisteuerte, waren zum Beispiel ganz anders, als die anderer Musiker. Ich spielte etwas melodisch Nettes und jemand anders etwas bizarres Lautes, oder umgekehrt.
S: Das riecht formlich nach Jazz.
GK: Es ist improvisiert, ja, aber es war nur ein Prozess, ein Experiment. Und auf diese Wiese enstanded etliche Songs: "Muzzle of Bees", "Less Than You Think", "Company In My Back". Zuerst war es nur zusammenhangloses Gefasel aus dem Notizbuch, aber dann ergab sich durch ein paar gluckliche Zufalle doch etwas Sinnvolles daraus. Wobei wir die Sachen allein deshalb mochten, weil man sie eben nicht planen konnte. Hatte ich allen zugehort, hatte ich gewusst, was zu spielen ware. Aber durch dan Blindflug hatte es etwas Frisches, Spontantes.
S: Also eine Verkettung von glucklichen Zufallen? Das Spiel mit der Unbekannten?
GK: Exakt. All diese glucklichen Zufalle passsierten un befreiten uns davon, uns uber ein Album den Kopf zerbrechen zu mussen. Gleichzeitig erheielten wir dadurch auch eine Menge Material. Wir haben so lange aufgenommen, bis wir irgendwann merkten, welche Songs un am besten gefielen, und wie ein Album daraus werden konnte - namlich schlicht und einfach live zu spielen und zu versuchen die Energie der Band einzufangen. Dan gingen wir nach New York und entschieden uns, auf diese Art aufzunehmen. Dieser Prozess beinhaltete die unterschiedlichsten Aspekte. Ein Song wie "Less Than You Think" mit dem wusten Feedback am Ende, hat viele Gemeinsamkeiten mit den ersten Sessions zu "A Ghost Is Born". Aber es gibt auch ganz simple Momente wie "Spiders". Und deswegen ist das Album fur manche Leute auch stillistisch nicht einzuordnen. Das liegt daran, dass sie wahrend der zwei Jahre, die wir daran gearbeitet haben, all diese Phasen durchlaufen hat. Deswegen diese klaffended Gegensatze. Aber gerade die machen ja erst seinen Charme aus.
S: Mal ehrlich: Betrachtest du deine Rolle bei Wilco als kreative Erfullung, weil du im Prinzip machen kannst, was du willst? Weil alles ein einziges groBes Jammen ist?
GK: Nun, jammen ist fur mich etwas anderes. Es bedeutet fur mich, ein Riff zu finded und dabei zu bleiben. Hier wird eher experimentiert. Wenn ich dagegen an Jamming oder Jam-Bands denke, basiert das immer auf musikalischer Interaktion. Und genau deshalb liebe ich es in dieser Band zu sein: Es ist eine Erfullung, denn ich kann oft so spielen, als ware ich in einem groBen Orchester - nur Farben und Flachen.
S: HeiBt dass, bu brauchst die anderen Betatigungsfelder eigentlich gar nicht mehr.
GK: Das Meiste wird definitiv abgedeckt, aber ich habe noch rhythmische Konzepte, deshalb will ich meine Soloalben machen. Fur On Fillmore schreibe ich die Melodien, die Lieder furs Vibraphone. Bei Wilco mache ich das nicht.
S: Was ist mit den elektrinischen Spielereien wie im Outro zu "Less Than You Think"? Was benutzt du da?
GK: Im Studio ist es unterschiedlich. Ich benutze Weissblatt Contact Mics, kleine Piezo-Pickups, die ich an den Drums anbringe. Wenn wir die Songs von "Yankee Hotel Foxtrot" live bringen, setze ich einen Sampler ein. Oder ich trete auf ein altes Volumenpedal und kann so das Signal der Trommeln verzerren. Das ist es schon. Den Sampler benutze ich fur Sounds, die ich im Studio gemacht habe - mit Instrumenten, die isch auf Tour nicht mitnehmen kann, weil ich nicht genug Platz habe.
S: Also geht es darum, immer neue Klange zu finded und Jeffs Songs so vielseitig wie moglich zu gestalten?
GK: Das ist von Song zu Song verschieden. Ich hatte fur jede Session die Felle anders prapariert, doch das war in der Phase, als wir das Material suchten und die Platte vorbereiteten. Als wir uns dann in New York an die tatsachlichen Aufnahmen machten, war nicht mehr viel davon ubrig. Ich habe wahrend der ganzen Zeit nur ein Setup verwendet und versucht, die Sachen durch musikalisches Handwork zu kommunizieren, statt durch verschiedene Klangfarben wie auf "Yankee Hotel Foxtrot".
S: Bei einem Track greifst du einen alten Trick von Guru Guru auf und blast Luft in die Floor-Tom. Wie bist du darauf gekommen?
GK: Wie heiBt der noch? Mani Neumeier! Ich habe daruber in einem alten Paiste Cymbal-Katalog aus den 70ern gelesen. Er hatte Plastikschlauche an den Luftauslassen der Kessel angebracht. Wenn man reinblast, andert sich der Luftdruck und damit die Tonhohe der Trommel. Ein wirklich cooler Sound, den ich auf dem neuen Album fur "Theologians" und einige andere Sachen eingesetzt habe. Es passte einfach zur Stimmung des Songs. Aber das sind nur kleine Tricks, die Trommeln zu praparieren. Vieles habe ich von improvisierended Drummern gelernt oder daruber gelesen, manches habe ich auch gesehen. Zum Beispiel bei Paul Lowens, einem deutchen Trommler, oder auch bei Paul Litt.
S: Stehst du auf Krautrock?
GK: Ich liebe Can und die beiden Neu! - Alben, die Trommeln sind groBartig. Das Can-Tlabum "Tago Mago" hatte definitiv groBen einfluss auf mich.
S: Inwiefern hat sich dein Stil uber die Jahre verandert?
GK: Er hat sich er weitert, seit ich mich mit Improvisation befasse. Denn fruher habe ich mich ganz auf meine Orchesterausbildung verlassen und dachte eher in Begriffen wie Klang, Textur und Farve, anstelle von Beats oder Rhythmen. Das war klanglich also eine Erweiterung. Und wenn man sich fur neue Dinge begeistert, sollte man die auch umsetzen. Deshalb mache ich Soloalben. Ich mache eine Soloversion der Balinese Monkey Chants oder von Steve Reichs Clapping-Music. Diese Dinge stellen fur mich eine Herausforderung dar. Zu lernen, wie man so etwas macht, eroffnet mir technisch und klanglich neue Turen, und daran wachse ich.
S: Stimmt es, dass du an einem Schlagzeug-Lehrbuch arbeitest?
GK: Ja, aber es ist ein Langzeitprojekt. Wer weiB, ob es jemals fertig wird...(lacht)...ich habe 1992 damit begonnen, und ich denke, es wird in vielleicht zehn Jahren fertig sein. Ich mochte sichergehen, dass es wirklich gut wird. Es ist eigentlich Material, mit dem ich mich selbst unterrichte, wenn ich zu Hause ube, diese Sachen.
S: Arbeitest du nebenbei immer noch als Lehrer?
GK:Ja, wenn ich denn mal zu Hause bin. Als Jeff mich bat, bei Wilco einzusteigen, hatte ich rund 50 Schuler. Jetzt ist noch eine Handvoll ubrig, einer davon ist Jeffs Sohn Spencer, ein Ballermann! Kein Scherz, der Junge ist eine Urgewalt, ein trommelnder Freak!
S: Konnte er dich irgendwann ersetzen?
GK: Das ist Jeff finsterer Plan! (lacht)
S: Wie kann man dich erreichen, um Stunden bei dir zu nehmen?
GK: Man kann mich uber die Wilco-Website anmailen. Das ist der beste Weg.
S: Hast du irgendwelche Ratschlage oder Tipps fur Nachwuchs-Drummer?
GK: Nun, man sollte gegenuber jeder Art von Musik offen sein. Hort euch viele verschiedene Sachen an! Seid aufgeschlossen gegenuber jeder Art von Musik! Man weiB nie, was man lernen kann, auch wenn man nicht vorhat, das Zeug zu spielen. Versucht nicht nur in Rhythmen, sondern als Musiker zu denken! Wenn ihr einen Textschreiber in der Band habt, erkennt eure Rolle - und haltet euch daran! Ich glaube das wichtigste ist, nicht irgendetwas zu spielen, bloB weil man es kann. Die groBten Schlagzeuger spielen okonomisch, sie sind keine Showtypen.
S: Gibt es jemanden, mit dem du schon immer mal arbeiten wolltest?
GK: Arnold Dreyblatt ware jemand. Ein amerikanischer Komponist, der in Berlin lebt, glaube ich jedenfalls. Ich bin ein groBer Fan seiner Aufnahmen - genau wie die meisten Drummer. Und sein Einfluss auf die neue Platte ist riesig...er und Steve Reich sind meine Idole und Leute, mit denen ich wahnsinning gerne spielen wurde. Dan war's aber auch schon.
S: Hattest du so etwas wie eine Initialzundung, die dich zum Schlagzeug gebracht hat?
GK: Nein, ich bin zufallig dazu gekomen, denn ich war da noch sehr, sehr jung. Meine Schwester schenkte mir eine Spielzeugtrommel, als ich vier Jahre alt war - und das war's.
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